Metadaten Teil 1: Besser sichtbar, besser verkauft

Einheitlich gepflegte Metadaten steigern nicht nur die Sichtbarkeit, sondern auch die Verkaufszahlen – und schaffen Vertrauen bei Handel und Kundschaft.
Veröffentlicht am 28. Mai 2025

Es beginnt oft im Kleinen: Zwei nahezu identische Lehrmittel liegen im selben Katalog. Das eine sauber verschlagwortet und gut beschrieben, das andere ohne Schlagwort und mit lückenhaften Angaben. Welches wird schneller gefunden und eher gekauft? Die Antwort liegt auf der Hand – und sie ist statistisch belegt.

Eine Analyse der Buchbranche zeigt: Titel mit mindestens einem Schlagwort verkaufen sich im Schnitt 22% besser als solche ohne. Werden alle zentralen Metadatenfelder – von Titel über Autor*in bis zur Produktkategorie – einheitlich gepflegt, steigt der Absatz sogar um 34%. Auch wenn die Warengruppe «Schule und Lernen» in der Analyse nicht mit einbezogen wurde, ist der Trend klar: Konsistenz wirkt – auch im Bildungsbereich.

Klarheit statt Chaos

In der Praxis zeigt sich oft jedoch ein anderes Bild: Begriffe werden uneinheitlich verwendet, Kategorien nicht durchgängig gepflegt. Wird ein Lehrmittel zur „Technischen Physik“ einmal unter „Physik“ und einmal unter „Technik“ geführt, bleibt eines davon unsichtbar. Solche Inkonsistenzen verhindern, dass Kundinnen und Kunden alle relevanten Produkte finden. Einheitliche Metadaten helfen, genau das zu verhindern. Wer klug verschlagwortet, wird schneller gefunden. Und wer schneller gefunden wird, verkauft mehr.

Gut gepflegte Metadaten machen Produkte nicht nur sichtbarer, sondern schaffen klare Orientierung und steigern die Verkaufschancen – nicht nur für einzelne Titel, sondern für ganze Reihen oder verwandte Produkte. Wer Band 1 einer Reihe findet, erhält dank sinnvoller Verlinkungen automatisch Empfehlungen für Band 2, das passende Übungsheft oder ergänzendes digitales Material. So entsteht intelligentes Cross-Selling – ganz ohne manuellen Aufwand. Die Folge: Zusatzverkäufe steigen, Rückfragen sinken.

Vertrauen durch Qualität

Ein aufgeräumter Katalog mit einheitlicher Sprache und nachvollziehbaren Strukturen signalisiert Professionalität und baut Vertrauen auf. Das gilt für Handelspartner ebenso wie für Lehrpersonen und Bildungsinstitutionen. Konsistenz ist kein technisches Detail, sondern ein strategischer Hebel für Kundenzufriedenheit und Markenstärke. Denn wer schnell das passende Lehrmittel findet, kommt gerne wieder.

Annina Studer, Partner Managerin

Ein starker Auftritt beginnt im Detail.

Standards nutzen – und weiterdenken

Der Schlüssel zu dieser Konsistenz liegt in der Nutzung standardisierter Formate wie ONIX. Dieses internationale Austauschformat ermöglicht es, strukturierte Produktdaten automatisiert zwischen Verlagen, Plattformen und Handelspartnern zu übermitteln. Branchenklassifikationen wie «Thema» oder «BISAC» ergänzen diese Basis und sorgen dafür, dass Inhalte eindeutig zuordenbar sind.

Doch gerade bei digitalen Lernmedien steigen die Anforderungen an Metadaten weiter. Während ONIX und Co. die Basis schafft, zeigt die Praxis, dass zusätzliche Spezifikationen nötig sind, um die Besonderheiten digitaler Bildungsinhalte optimal abzubilden: Informationen zu Lizenzarten, Nutzungsszenarien oder didaktischen Funktionen sind essenziell für eine erfolgreiche Vermarktung.

Wie wir bei Distrinova auf diese neuen Anforderungen reagieren und warum wir eine eigene Metadaten-Erweiterung entwickelt haben, erläutern wir im nächsten Teil unserer Serie.